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Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das sind für Alex vom Blog livelifegreen.de, neben der Familie, die wichtigsten Themen im täglichen Leben. Im Interview mit Keepoala gibt sie Einblicke hinter die Kulissen ihres Blogs, ihrer Arbeit und einen Ausblick, wie eine nachhaltige Zukunft aussehen könnte.

Alex, du betreibst den erfolgreichen Blog livelifegreen.de und deckst dabei viele Bereiche zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz ab. Was motiviert dich dazu?

Ursprünglich war es die Geburt unserer Kinder und das Gefühl, dass es dringender denn je ist wirklich konsequent Nachhaltigkeit und Klimaschutz in unserem Alltag umzusetzen.

Bis dahin hatten wir nur an der Oberfläche gekratzt. Wir haben uns zwar mit dem Thema beschäftigt, aber mehr in der Theorie als praktisch. Als ich damals mit dem Blog angefangen habe, war noch sehr viel Luft nach oben.

Der Blog war deshalb so etwas wie der Startschuss für echte und ernst gemeinte Veränderung. Er begleitet unseren Weg und will dadurch andere inspirieren, auch Schritt für Schritt mehr Nachhaltigkeit zu leben. Ich schreibe hier, was bei uns gut klappt und was nicht, und welche Gedanken hinter all den großen und kleinen Veränderungen stehen. Dabei war und ist der rote Faden immer Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Deine Beiträge und Tipps sind sehr vielfältig. Zum Beispiel teilst du deine Ideen zum Basteln oder Rezepte zum Nachkochen. Überlegst du dir alle Inhalte selbst?

Ja, definitiv. Und wenn ich andere Inspirationsquellen habe, dann werden diese immer brav und konsequent verlinkt. Das ist der Kodex, nachdem ich arbeite. Mittlerweile gibt es ja jede Menge Inspiration im Netz und auf Social Media. 2016, als ich den Blog gegründet habe, war das noch anders. Nachhaltigkeit war zwar schon ein Thema, aber lange nicht so präsent wie jetzt.

In der Anfangszeit, vor 6 Jahren, entstanden die meisten Beiträge durch eine simple Frage oder ein Problem. Dann hab ich ausprobiert und recherchiert und so eine Lösung für mich gefunden und sie geteilt. Weil es mir so wichtig ist meine Themen selbst verstanden und getestet zu haben, schreibe ich meine Artikel von Anfang an alle selbst. Für mich bedeutet das einfach Glaubwürdigkeit.

Alex, du bist außerdem promovierte Biologin. Hatte deine Ausbildung einen Einfluss auf die Art und Weise, wie du deinen Blog führst?

Genau, ich habe Biologie studiert und im Bereich Ökologie promoviert. Und auch Job mäßig war ich bereits im Tier- und Umweltschutz tätig. Das heißt, die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz begleiten mich schon sehr lange und haben mich schon immer interessiert. Aber das Schöne ist ja, dass man für ein nachhaltiges und enkeltaugliches Leben diesen Background überhaupt nicht braucht. Jeder kann mitmachen und aktiv werden.

Das versuche ich auch auf livelifegreen zu vermitteln. In möglichst verständlichen Worten und ohne Hürden. Ich denke, mein wissenschaftlicher Background beeinflusst hauptsächlich die Art, wie ich arbeite und an ein Thema herangehe. Und meine Haltung zu Werbung auf meinen Plattformen. Bei mir gibt es zum Beispiel keine Affiliate Links und insgesamt eher wenig Kooperationen mit ausgesuchten Firmen. Ich möchte keine erweiterte Werbeplattform sein, sondern eine seriöse Informationsquelle.

Wie gut schaffst du es, Nachhaltigkeit in deinem persönlichen Alltag umzusetzen? 

Mal besser, mal weniger gut. Ich denke, da geht es mir wie den meisten anderen: wir sind definitiv nicht perfekt. Aber wir verändern und arbeiten Schritt für Schritt daran, es besser zu machen. Scheitern gehört eben manchmal einfach dazu

Vieles ist ins Rollen gekommen, aber wie gut ich das schaffe? Die Frage stelle ich mir gar nicht. Ich möchte persönlich diesen Perfektionsgedanken nicht. Das möchte ich auch bei meinen Leser:innen nicht auslösen. Es geht darum, erst einmal anzufangen, nachzudenken. Mit dem Anspruch an Perfektion blockiert man sich ein Stück weit. Trotzdem: wir sind glaube ich ganz normal, vielleicht ein bisschen besser aber eben nicht perfekt.

Welchen Unterschied machen dabei deine Kinder? Ist es schwieriger, Nachhaltigkeit mit einer Familie umzusetzen?

„Das Problem sind eher die Erwachsenen, nicht die Kinder.“

Ich finde es spannend, dass die Frage gestellt wird, weil ich finde, es macht überhaupt keinen Unterschied. Ich denke, das Problem sind eher die Erwachsenen, nicht so sehr die Kinder. Die größte Hürde liegt eigentlich bei einem selbst.

Wir sind in vielen Dingen, vor allem wir, die schon ein bisschen älter sind, sehr eingeschliffen. Wir haben Routinen, wie wir einkaufen, was wir einkaufen, wie und was wir kochen, welche Strecke wir mit dem Auto oder zu Fuß gehen. Und je älter wir sind, desto festgefahrener sind unser Lebensstil und unsere Gewohnheiten. Kinder sind da oft viel schneller zu begeistern und zum Mitmachen zu überzeugen. Hauptsache man erklärt die Dinge auf Augenhöhe und stellt sich auch einer Diskussion.

Welche Herausforderungen lassen sich dabei auf die gesellschaftliche Ebene ummünzen? 

Gesamtgesellschaftlich ist die größte Herausforderung, eingeschliffene Routinen und der Lebensstandard, den wir mittlerweile gewohnt sind, zu hinterfragen. Wir müssen es schaffen, dass die Menschen Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht sofort mit Verzicht gleichsetzen, sondern dass wir die Angst vor Veränderung durch positive Bilder und Visionen ersetzen. Das ist eine Herausforderung für alle, die sich mit dem Thema beschäftigen und die für Fairänderung werben. Zum Beispiel auch für Parteien oder Organisationen.

Glaubst du, die Regelungen der Politik reichen aus, um diesen Herausforderungen zu begegnen und entgegenzuwirken? 

Danke für diese Frage und ein klares Nein. Es ist mir viel zu wenig, was von der Politik kommt und ich würde mir viel mehr Regelungen und konsequente Rahmenbedingungen wünschen. Ich glaube, die meisten sind tatsächlich überfordert von den vielen Entscheidungen, die wir im Alltag treffen sollten.

Wäre es nicht großartig, wenn umweltschonende und klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen preisgünstiger wären? Davon sind wir leider weit entfernt. Heute ist es immer noch so, dass uns die Entscheidung, nachhaltig einzukaufen, finanziell schwerer gemacht wird, als sie sein müsste. Schlaue und zukunftsorientierte Politik sieht anders aus.

„Ich beobachte mit absoluter Begeisterung, dass junge Startups seit einigen Jahren ihren Teil dazu beitragen möchten, die Welt ein Stückchen besser zu machen.“

Gibt es Unternehmen oder Hersteller:innen, die deiner Einschätzung nach einen wichtigen Impuls für Veränderungen bezüglich Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft setzen? 

Ja klar. Unternehmen wie Polarstern Energie oder Wildlinge, die durch die Art und Weise, wie sie wirtschaften, Maßstäbe für die Zukunft setzten. Sie zeigen, dass ein Miteinander in einem Unternehmen als Unternehmenskultur wirksam werden kann und übernehmen die Verantwortung. Sei es für die Produkte, die sie herstellen, oder für den globalen Klimaschutz. Also ja, es gibt definitiv Unternehmen, die einen richtig guten Job machen

Und natürlich beobachte ich auch mit absoluter Begeisterung, dass junge Startups seit einigen Jahren ihren Teil dazu beitragen möchten, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Das ist großartig, denn es unterstützt uns Verbraucher:innen dabei, nachhaltige und klimaschonende (Kauf-)Entscheidungen zu treffen und bietet Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Keepoala ist da ein wunderbares Beispiel.

Wenn du in die Zukunft blickst: wie wird Nachhaltigkeit in 20 Jahren aussehen?  

Ich hoffe, dass Nachhaltigkeit in 20 Jahren sehr viel selbstverständlicher geworden ist und wir keinen Grund mehr haben, uns so grundsätzlich darüber zu streiten. Wir führen vor allem beim Thema Klimaschutz immer noch Debatten, die aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen längst überholt sind. In 20 Jahren sollten wir diese Debatten nicht mehr führen. Es gibt schlicht keine Alternative zu einem nachhaltigen, fairen, klimaschonenden Wirtschaften. Im besten Fall arbeiten wir zukünftig sogar klimapositiv.

Danke dir Alex, für das spannende Interview. Da sind einige Ansätze drin, die ins Nachdenken bringen. Ich bin mir sicher, dass wir in der Zukunft noch mit vielen dieser Themen konfrontiert werden und Wandel bevorsteht. 

Noch nicht genug bekommen? Schaut doch bei Livelifegreen.de vorbei. Dort findet ihr weitere Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

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